Sie sind hier: Home » Aktuelles

Das Kreuz verkörpert die Schuld der Welt

Feierlich, unter Hygienevorschriften, wurde das Osterfest in der Pfarrei begangen. Die Osternacht wurde vom Kirchenchor mit gestaltet.

 Nach alter Überlieferung postierten sich Ministranten rund um die Pfarrkirche an der Osternacht und machten mit ihren „Ratschen“ auf den Beginn des Gottesdienstes aufmerksam. Pfarrer Werner Sulzer versammelte sich am Kirchplatz mit den Ministranten und den Erstkommunionkindern zur Feuerweihe. Anschließend trug er vom hinteren Kirchenportal aus die entzündete Osterkerze in das finstere Gotteshaus und sang „Lumen Christi“, worauf das Volk mit „Deo gratias“ antwortete. Die Ministranten gaben das Licht von der Osterkerze an die Besucher weiter, ebenso wurden auch die neuen Kerzen am Altar und das „ewige Licht“ entzündet.

 In seiner Predigt sagte Pfarrer Werner Sulzer, am Haupteingang des Exerzitienhauses Werdenfels steht eine interessante Christusskulptur. Sie zeigt den Gekreuzigten und den Auferstehenden in einem. Da ist zunächst das Kreuz zu sehen, seine Füße haften noch daran, seine Hände sind gerade dabei, sich davon zu lösen und sein Oberkörper und Kopf strecken sich in den Himmel hinein.

Diese Skulptur verkörpert für mich österliche Erlösung – der Gekreuzigte, der sich von der Endgültigkeit des Kreuzes löst, ohne dieses Kreuz ungeschehen zu machen. Es bleibt ein Teil von ihm, aber er bleibt nicht daran haften, sondern er löst sich.

Das lässt sich in dreifacher Hinsicht deuten:  

1. Das Kreuz verkörpert die Schuld der Welt. Die Schuld, die Jesus zur Strecke gebracht hat; die Schuld, die Jesus auf das Holz des Kreuzes geheftet hat. Schuld nimmt gefangen, lähmt, legt einen fest. Sowohl die Schuld, die mir geschehen ist und die ich oft genug mit mir he-rumschleppe, wie auch die Schuld, die ich auf mich geladen habe. Wie oft fühle ich Schuld an mir haftend, und schleppe mit mir herum. Der Auferstandene löst Schuld. Er legt mich nicht darauf fest. Schon zu seinen Lebzeiten hat er immer wieder Sündern einen Neuanfang ermöglicht und zu ihnen gesagt: Geh und sündige von jetzt an nicht mehr. Ostern sagt mir: Vorausgesetzt ich habe mich meiner Schuld gestellt, darf ich sie Gott über- und sie damit  hinter mir lassen, mich von ihr löse und befreit einen Neuanfang wagen. Österlich leben.

2. Das Kreuz verkörpert Jesu leidvolle Vergangenheit. Je älter wir werden, desto mehr Leben liegt hinter uns, desto mehr Vergangenheit haben wir, desto mehr Gewicht gewinnt sie Das ist ganz normal. Bedenklich wird es, wenn jemand ganz und gar in der Vergangenheit schwelgt oder ganz und gar von ihr gefangen ist. Rückwärtsgewandt kann man nicht leben. Ostern sagt mir, ich darf mich von meiner Vergangenheit lösen. Nicht dass ich sie vergessen sollte, ich darf mich dankbar an das Schöne erinnern, aus dem Leidvollen lernen, aber leben darf ich im Hier und Heute und auf Zukunft hin. Ostern sagt mir: Dein Leben hat in jedem Moment Zukunft, das Leben liegt vor dir, selbst im Tod. Paulus formuliert es so: Ich vergesse, was hinter mir liegt, und strecke mich nach dem aus, was vor mir liegt. Das Ziel vor Augen, jage ich nach dem Siegespreis, der himmlischen Berufung. Österlich leben.

3. Das Kreuz ist in die Erde gerammt, ist untrennbar ein Teil der Erde. Jesus hat sich ganz und gar auf diese Erde eingelassen. Er hat irdische Freuden genossen, denken wir an die Hoch-zeit zu Kana, und die irdischen Sorgen der Menschen geteilt, denken wir an die Brot-vermehrung. Aber er begnügt sich nicht mit irdischer Bedürfnisbefriedigung. All unsere irdischen Sorgen und Wünsche, Pläne und Freuden greifen zu kurz. Denn wir sind nicht für die Begrenztheit der Erde, sondern für die Weite des Himmels, für sein unendliches Glück geschaffen. Es gilt diese Erde immer wieder auf den Himmel hin zu übersteigen.

Österliche Erlösung: Von Schuld erlöst darf ich einen Neuanfang wagen.

Von der Vergangenheit gelöst liegt das Leben vor mir.

Von der Erde gelöst strecke ich mich der himmlischen Berufung entgegen.


Milde Gabe für Lausbuben und –mädchen

Mädchen und Jungen aus der Pfarrei Schmidmühlen im Gemeindebereich unterwegs

Alljährlich in der Karwoche ziehen die Ministranten und Ministrantinnen der Pfarrei Schmidmühlen von Haus zu Haus und bitten um eine kleine Spende.

 Letztmals waren die Kinder im Jahr 2018 unterwegs. Wegen der Pandemie ist das Osterbetteln dreimal ausgefallen. Dieses Jahr konnten sie sich wieder auf den Weg machen. Es herrschte reges Treiben in der Früh vor einem Discountermarkt, wo sich die Kinder mit Getränken und Brotzeiten eindeckten. Jeder Mini musste sich zu Hause einen Stock anfertigen, der mit bunten Bändern verziert wurde. Wobei die Länge der Stöcke, Krepppapier für Fähnchen usw. vorgegeben wurde. Wie jedes Jahr wurden an die Teilnehmer Zettel verteilt, wo Hinweise zum Osterbetteln aufgeschrieben waren.

 Zu Fuß machten sie sich in zwei Gruppen auf den Weg. Eine Gruppe ging nach Hammerberg, Blaugrund, Winbuch und Galching, die andere Gruppe nahm sich Ober- und Unteradlhof, Eglsee, Höchensee und Pilsheim vor. Die Teilnehmer mussten auch einen Vers lernen, der bei jedem Haus vorgetragen wurde: „Das Osterfest, das schönste Fest, das Gott im Jahre werden lässt“.

 Nach sechs bis sieben Stunden waren die meisten doch ganz schön kaputt, denn es waren für alle ungefähr zehn Kilometer Strecke zu bewältigen. Jeder Mini hatte seinen Rucksack mit einer Brotzeit dabei, denn es mussten ja auch die nötigen Ruhepausen mit einer Stärkung eingelegt werden. Am zweiten Tag war der Markt an der Reihe, hier teilte man sich in mehrere Gruppen auf. Traditionell ist im Markt der Beginn bei Pfarrer Werner Sulzer. Hier nehmen alle Ministranten Aufstellung und tragen ihren Vers vor.

 Die gesammelten Eier und Spenden werden am Ende an alle „Lausbuben und –mädchen des Herrn“ aufgeteilt. Die Minis verrichten ihren Dienst am Altar das ganze Jahr über unentgeltlich und zuverlässig und freuen sich beim „Osterbetteln“ über die Spenden der Bevölkerung. 

Der traditionelle Osterbettel-Spruch lautet:

Das Osterfest, das schönste Fest, das Gott im Jahre werden lässt, ist wieder da mit frohem Sinn, drum treten wir zu Ihnen hin und sprechen: O Jesu mein, was leid´st Du Pein! Wir sind gegangen mit Spießen und Stangen, um Dich zu fangen.

O Jesu mein, was leid´st Du Pein! Drum schenkts den Ministranten ein paar Eierlein!

 

 

 


Pfarrgemeinderatsmitglieder verabschiedet

Nach dem Gottesdienst am Palmsonntag in der Pfarrkirche wurden die ausgeschiedenen Pfarrgemeinderatsmitglieder der Pfarrei verabschiedet.

 Den ausgeschiedenen Mitgliedern des Pfarrgemeinderates 2018 bis 2022 gilt der aufrichtige Dank. „Zum Teil gehörten sie dem Gremium viele Jahre an, haben ihre Zeit, Kraft und Ideen in die Pfarrgemeinde investiert und damit das Leben unserer Pfarrei bereichert. Dafür ein ganz herzliches Vergelt´s Gott. Ich hoffe, dass sie uns auch weiterhin in irgendeiner Weise unter­stützen und der Pfarrei erhalten bleiben“, betonte Pfarrer Werner Sulzer. Sonja Müller (4 Jahre), Johann Graf (4 Jahre), Günther Brechler (8 Jahre) und Ernst Lesser (8 Jahre=). Als äußeres Zeichen überreichte der Geistliche einen Dankesbrief und eine Kerze. Die Kirchbesucher dankten mit einem Applaus den ausgeschiedenen Pfarrgemeinderatsmitgliedern.


Zahlreiche Gläubige beteiligten sich an der Palmprozession

In der Pfarrei wurde am Sonntag feierlich der Palmsonntag mit einer Palmprozession gefeiert. Um 9.15 Uhr hatten sich die Gläubigen vor der Kirche "St. Georg" versammelt.

 Eröffnet wurde die Feier mit einem Choral von der Blaskapelle "St. Ägidius". Pfarrer Werner Sulzer sagte die Worte „Jesus zieht nach Jerusalem hinauf, er suchte die Entscheidung, obwohl es auch gegen ihn ging“. Für seinen Einzug habe er einen jungen Esel gewählt, auf dem noch nie jemand geritten ist. Mit seinem Einzug sollte Neues beginnen. Im Anschluss daran segnete Pfarrer Sulzer die mitgebrachten Palmbüschel. In einer feierlichen Prozession zogen die Gläubigen dann in die Pfarrkirche ein, angeführt von der Blaskapelle St. Ägidius, Ministranten, Pfarrer Werner Sulzer, den Erstkommunionkindern, sowie zahlreichen Gläubigen der Pfarrgemeinde. Auch die Mitglieder der Kirchenverwaltung und Pfarrgemeinderates beteiligten sich an der Prozession. In der Pfarrkirche wurden Gegenstände der Passion von den Erstkommunionkindern mit Texten vorgetragen

Reise durch die Bibel

An den Sonntagen der Fastenzeit bis einschließlich Ostern laden Bibelfiguren zum Besuch der Pfarrkirche ein.

 An jedem Wochenende ist im vorderen Bereich der Kirche das Sonntagsevangelium als Szene dargestellt. Die Szene bleibt die ganze Woche überstehen. Außerdem liegt ein Blatt bereit, auf dem die dazugehörige Bibelstelle zum (Vor-)Lesen und ein Rätsel dazu abgedruckt ist. Bei den Kleinen muss vermutlich ein Erwachsener ein wenig helfen. Unter denen, die alle Lösungen haben werden nach Ostern drei Gewinner ausgelost. „Macht euch auf den Weg zu einer spannenden Reise durch die Bibel“, sagt Pfarrer Werner Sulzer.