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Zeltlager der Ministranten

 Auch vom regnerischen Schauerwetter ließen sich die Schmidmühlner Ministranten die gute Laune im Zeltlager nicht verderben. Vom 8. bis 11.9. verlebten sie 4 ereignisreiche Tage auf dem Zeltlagerplatz Parsberg.

 Nachdem die Zelte gemeinsam aufgestellt waren, vertrieben sie sich die Zeit bis zum Abendessen mit gemeinsamen Spielen. Abend für Abend versammelten sich die Teilnehmer am Lagerfeuer. Bei der Suche nach dem Werwolf übten sie ihr detektivisches Gespür. Auch Stockbrot durfte natürlich nicht fehlen. Bei einer Aufgabenwanderung erkundeten die Ministranten in Gruppen die Stadt Parsberg und begaben sich auf Spurensuche in der Kirche und der Burg. Da sich der Samstag von der regnerischen Seite zeigte, wich man kurzerhand auf das Schlossbad in Neumarkt aus, in dem man einen kurzweiligen Nachmittag verbrachte. Mehrere kleine Ministranten wagten dabei erstmals den Sprung vom Dreimeterbrett. Märchenparodien, die die sich die Ministranten untertags ausgedacht und eingeübt hatten, wurden beim Bunten Abend gegenseitig aufgeführt: Dabei wurde zum Beispiel Rotkäppchen kurzerhand zum Coca-Cola-Mädchen, das dem bösen Immobilienwolf in die Hände fiel. Bei der Lagerolympiade konnte dann jeder sein Talent ausspielen, da Geschick und Kraft, Schnelligkeit und Ratefähigkeit gleichermaßen gefragt waren. Ein Gottesdienst mit den Eltern und Kaffee und Kuchen beschlossen schließlich die Tage, dabei zeigte sich wie am ersten Tag auch wieder die Sonne. Herzlich dankte Pfarrer Werner Sulzer allen Teilnehmern, insbesondere den großen Ministranten, die zum Gelingen des Zeltlagers wesentlich beitrugen. Ein ganz besonderer Dank sprach er der Familie Fleischmann und Frau Flieder aus, die die Zeltlagerteilnehmer wieder mit ihren Kochkünsten verwöhnten. Ein langanhaltender Beifall aller Teilnehmer unterstrich diesen Dank. Etwas müde, aber glücklich traten alle ihre Heimreise an



Pilgerreise nach Assisi

Eine 27köpfige Reisegruppe aus Schmidmühlen und Umgebung startete am Montag 29.8. zu einer Pilgerreise nach Assisi, um sich auf die Spuren des Hl. Franziskus zu begeben. Ihr Quartier schlug die Gruppe nahe der Portiunkulakirche auf. Jeden Abend lud die dunkle Kirche, in der einzig die von Franziskus wieder aufgebaute Kapelle angestrahlt wurde,zur Besinnung ein. In diese ganz besondere Atmosphäre tauchten viele Teilnehmer immer wieder gerne ein.  Am ersten Tag führte die Reiseführerin die Pilger an verschiedene Stätten in der mittelalterlichen Stadt, an denen Ereignisse im Leben des Heiligen spielten: sein Geburtshaus, die Zelle, in die ihn sein Vater einsperrte, das Kreuz, vor dem er von Jesus den Auftrag erhielt, die Kirche wieder aufzubauen und schließlich sein Grab in der Kirche San Francesco. Die großartigen Fresken von Giotto zogen die Besucher in ihren Bann.  Am Mittwoch fuhr die Reisegruppe in den Norden nach La Verna. Hoch über dem Tal gelegen schweift von dort der Blick weit über die bewaldeten Berge der Abruzzen. Zwei Jahre vor seinem Tod empfing der Hl. Franziskus dort die Wundmale Jesu. Pfr. Sulzer stellte an die Teilnehmer die Frage, welche Spuren Jesus in ihrem Leben hinterlassen hat. Auf der Rückfahrt legte die Gruppe einen Zwischenstopp in Gubbio ein und lauschte der Legende vom Wolf von Gubbio. Franziskus vermochte den Wolf, das Wilde und Ungebändigte in sich zu zähmen, indem er ihm ausreichend Raum und Aufmerksamkeit schenkte und ihm gleichzeitig die Grenzen aufzeigte. Eine Anregung auch für uns heute. Am darauffolgenden Tag fuhren die Pilger ins Rietital, in dem sich der Hl. Franziskus immer wieder in Einsiedeleien zurückzog. Zwei davon – Fonte Colombo und Greccio – suchte die Gruppe auf. Gerade letztere spielt auch für uns heute eine wichtige Rolle, ließ der Heilige doch an Weihnachten 1223 dort in einer Höhle die Geburt Jesu in Betlehem detailgetreu mit Ochs und Esel nachstellen – letztlich die Geburtsstunde unserer Krippen. Dementsprechend finden sich dort auch unzählige Krippen aus allen Herren Ländern. Neben den heiligen Stätten mit ihren Kunstschätzen beeindruckte die Teilnehmer auch die wunderbare Natur Umbriens mit seinen Steineichenwäldern und Olivenhainen. Ganz besonders beeindruckt zeigten sie sich von der Cascata de Marmore, einem der höchsten Wasserfälle Europas. Mit ohrenbetäubendem Getöse und in eine Gischtwolke gehüllt stürzen dort die Wassermassen ins Neratal. Am letzten Tag in Assisi begegnete die Gruppe im Kloster San Damiano der Hl. Klara. Das zum Teil noch originalgetreu eingerichtete Kloster mit seinem ruhigen Innenhof verströmt noch viel vom Geist der Hl. Klara, die dort jahrzehntelang gelebt hat. Der Abschlussgottesdienst, der im Freien in Carceri gefeiert wurde, stand ganz im Zeichen des Sonnengesangs, in dem der Hl. Franziskus die ganze Schöpfung als Schwestern und Brüder preist. Dies bot den Anlass, über unseren Umgang mit der Natur heute nachzudenken. Ganz erfüllt von den Eindrücken des Landes und den Impulsen des Hl. Franziskus trat die Reisegruppe ihre Rückreise an und war gemeinsam der Überzeugung, dass dieser Heilige für die Erneuerung der Kirche und der Gesellschaft heute wertvolle Anregungen bereithält.


54 Fußwallfahrer der Pfarrgemeinde Schmidmühlen und Umgebung pilgerten von Schmidmühlen zur Wallfahrtskirche „Maria, Heil der Kranken“ auf den Habsberg.

 Bei sonnigen heißen Temperaturen machten sich 46 Wallfahrer von Schmidmühlen aus auf den ca. 26 km langen Weg zum Habsberg. Der Dank galt auch der Gemeinde Schmidmühlen für die Unterstützung. First Responder begleitete die Wallfahrer und Rita Geitner mit einem Begleitfahrzeug für Utensilien der Wallfahrer. Um 10.45 Uhr trafen sich die Wallfahrer in der Pfarrkirche, wo ihnen Urlaubsvertretung Pfarrer Faryaad Anser den Wallfahrtssegen erteilte und auch sich an der Fußwallfahrt zum Habsberg beteiligte. Der Wallfahrtsweg führte wieder entlang des Lauterach-Fahrradweges. Bei sehr heißen Temperaturen ging es durch Wald und Flur nach Adertshausen, wo den Wallfahrern durch Adolf Söldner kostenlos Getränke zur Verfügung gestellt wurden. Auf der Pilgerwallfahrt wurde nicht nur gebetet, nein es wurde auch gesungen. Anhand des Wallfahrtsbüchleins wurden Lieder zum Lobpreis „Mariens“ gesungen. Die Absicherung der Wallfahrer erfolgte durch Fabian Klieber und Dominik Koller. Weiter ging es nach der Trinkpause zum Ort Hohenburg, weiter nach Allersburg zur ersten Rast nach Ransbach. Hier wurde den Wallfahrern Getränke, Kaffee und Kuchen angeboten. Bürgermeister Peter Braun hatte kostenlos den Clowagen der Gemeinde nach Ransbach transportieren lassen.

 Um 15.15 Uhr trafen sich die Wallfahrer wieder vor der Schranke zum Truppenübungsplatz zum weiteren Fußmarsch. Inzwischen war die Wallfahrtsgruppe auf 54 Teilnehmer angewachsen. Nach verlassen des Truppenübungsplatzes wurde der erste Kniefall gebetet. Nach alter Überlieferung wurde an drei Stellen, wo sich in den früheren Jahren den Pilgern die Wallfahrtskirche zeigte, der „Kniefall“ mit Gruß an die Gottesmutter Maria durch Wallfahrtsleiter Johann Bauer gebetet. „Maria ich grüße dich, Maria ich grüße die 33 000 mal, so wie dich der heilige Erzengel Gabriel gegrüßt hat“, so Bauer. Für die nötige Stärkung mit Getränken war in der Ortschaft Bernla durch Adolf Söldner gesorgt. An den Kirchen und Kapellen an denen die Wallfahrer vorbeimarschierten, läuteten die Glocken in Adertshausen, Allersburg, Freischweibach und Bernla. Betend wurde gegen 18 Uhr die Wallfahrtskirche auf den Habsberg erreicht. Die Pilger wurden von Dekan Elmar Spöttle, mit der „Habsberger-Prozessions-Madonna“ begrüßt. Auch Pilger aus Schmidmühlen kamen mit dem Auto oder fuhren mit dem Bus zum Habsberg. Anschließend war um 19 Uhr Rosenkranz und um 19.30 Uhr Wallfahrtsgottesdienst, anschließend Lichterprozession. In seiner Festpredigt sagte Dekan Elmar Spöttle, „über die beiden Begrenzungspunkte Geburt und Tod hinauszuschauen, das erlaubt uns der Glaube an Jesus Christus“. Die beiden wichtigsten Feste im Kirchenjahr Ostern und Weihnachten enthalten zwar auch die beiden Punkte im Leben Jesu und dennoch feiern wir an Weichnahten mit der Geburt aus Maria das Eintreten des ewigen Gottes Sohnes in unser begrenztes menschliche Leben und an Ostern feiern wir die Auferstehung Jesu von den Toten und die Fortsetzung seines himmlischen Lebens. Die Marienverehrung, die wir in der katholischen Kirche pflegen, nicht nur wegen des schönen Brauchtums, alles andere als nur ein schmückendes Beiwerk zu unserem christlichen Glauben. Was wir von Maria glauben, ist das Beispiel schlechthin, dass Gott seine Verheißungen wahrmacht, dass wir von ihm geliebt und auserwählt sind und zum ewigen Leben berufen sind.

 Nach dem Gottesdienst zog man bestückt mit brennenden Kerzen zur Lichterprozession singend und betend um die Wallfahrtskirche und Gnadenkapelle. Den Abschluss bildete das gemeinsam gesungene „Segne du Maria“.

 



Sommer, Sonne, Urlaubsfeeling, das bescherte die Pfarr- und Gemeindebücherei Schmidmühlen ihren jungen Gästen beim Outdoor-Spielenachmittag im Klostergarten.  

 Auf die Kinder warteten viele interessante und lustige Sommerspiele. So konnten die Buben und Mädchen beim Tauziehen ihre Kräfte messen und ihre Zielgenauigkeit bei diversen Wurfspielen testen. Geschick erfordernde Wasserspiele forderten die Kinder heraus. Auch zum Tüfteln gab es einiges. Maria und Sebastian Thomann hatten liebevoll ein Bücherquiz ausgearbeitet, bei dem es aus zahlreichen an vielen Orten versteckten Büchern, Bildausschnitte und dazugehörige Buchstaben zu suchen galt, die am Schluss einen lustigen Lösungssatz ergaben. Das Schönste aber war für die Kinder der Sammelplatz am kühlenden Wasser. Kurzerhand wurde eine alte Stahlbadewanne zum Angelteich umfunktioniert und diente abschließend dazu, die heiß gelaufenen Füße wieder auf Normaltemperatur zu kühlen. Ein genussvolles Highlight für die Kinder war das Mixen von Fruchtcocktails mit Südseeflair. Unter der kundigen und witzigen Anleitung von Sebastian Thomann, kreierten die Kids aus vielen verschiedenen Fruchtsäften ihren Lieblingscocktail. Verziert mit Zitronenschnitten und Grapefruitspalten, zusätzlich gekühlt mit Eiswürfeln, entstanden erfrischende Getränke mit Namen wie „Orange Ocean, Soft Rose …“. Mit ihren bunten Cocktail-Drinks ließen sich die Kinder in ausgelassener Runde zum Entspannen am klaren Wasser nieder und genossen ihre exotischen Getränke. Zum Ausklang des fröhlichen und unbeschwerten Nachmittags gab es noch eine lustige Geschichte von einem Riesen, der sich am Marmeladekochen versuchte, was natürlich im absoluten Chaos endete. Jedes Kind durfte sich beim Nach-Hause-Gehen noch an einem kleinen Spiele- oder Bücherpreis freuen, den das Büchereiteam den Kindern für die Teilnahme am Bücherquiz aushändigte. Es war ein rundum gelungener und spaßiger Nachmittag für Klein und Groß zum Ferienbeginn.



 Verabschiedung von Frau Angela Graf

 Kindergartenleiterin Frau Angela Graf wurde in einer Feierstunde als Kindergartenleiterin in den Ruhestand verabschiedet.

 Die Kindergartenkinder standen mit selbstgebastelten Herzen Spalier und sangen dazu das Lied „Herzlich Willkommen in Deinem Kindergarten“. Die neue Leiterin Frau Birgit Wartha begrüßte die Gäste und vor allem Frau Angela Graf. „Für uns ist heute ein besonderer Tag und auch vor allem für Frau Angela Graf, denn wir verabschieden sie nach 40 Jahren in den wohlverdienten Ruhestand. Es folgte ein Gedicht aus der Sonnengruppe. „40 Jahre, davon 33 Jahre als Leitung des Kindergartens, war Frau Angela Graf. Etwa 8800 Tage in den Wänden der Kita verbracht, knapp 1000 Kinder durchliefen in dieser Zeit den Kindergarten. Einen völligen Neubau – einen kleineren Umbau – und zuletzt einen großen An- und Umbau hat sie gestemmt“, betonte Pfarrer Werner Sulzer. Dieser hatte auch Orden für die scheidende Leiterin mit dabei. Einen für den verständnisvollen Umgang mit den Kinder, im Höchstmaß war sie engagiert, ein ausgleichendes Wesen zwischen den unterschiedlichen Interessen, nicht nachtragende, offen für neue Entwicklungen, für die vertrauensvolle Zusammenarbeit und bei all dem auch immer die Kosten im Blick. Als besonderes Geschenk sang der Pfarrer das Lied „Angela“, nach der Melodie von Anita. Die Krippenkinder sangen das Lied „Deine Gäste sind schon da“. Bürgermeister Peter Braun sagte „jetzt ist es soweit, das Ereignis habe sich Jahre lang angekündigt und mit dem heutigen Tag geht Frau Angela Graf in den verdienten Ruhestand. Es habe sich in den 40 Jahren im Kindergarten viel gewandelt. Wer hätte vor 40 Jahren gedacht, dass im Kitas den Kindern der Umgang mit Handy oder Laptop beigebracht wird. Allen Mitarbeitern in den Kindergärten gilt die Hochachtung mit dem Umgang mit den Kindern. „Das weitere Leben für Frau Angela Graf wird auf jeden Fall herausfordernd werden. Danke für den Markt Schmidmühlen für die geleisteten Arbeiten und Aufgaben“.

 Die Sternengruppe des Kindergartens sagte mit dem Lied „Danke und auf Wiedersehen“. Auch Die Elternbeiratsvorsitzende Frau Zollbrecht sagte Danke für die entgegen gebrachte Geduld und Wärme mit den Kindern. In den Jahren sei viel passiert und Frau Angela Graf habe den Kindern eine schöne Kindergartenzeit bereitet. Zusammen mit den Kindern sprach Frau Birgit Wartha Abschiedsworte. „Angela du hast 33 Jahre die Leitung des Kindergartens gehabt. In diesen vielen, vielen Jahren gab es einige Höhen und Tiefen. Diese immer zu meistern und gut zu lösen, war bestimmt nicht immer so leicht“. Dazu braucht man die nötige Euphorie und Einstellung und die hast du frei nach dem Motto „Ja, eitz schau ma a mal“. So konnten viele Schwierigkeiten gelöst werden. Die Kinder sagten das Frau Angela Graf so schöne Märchen erzählen konnte. Auch von dem schönsten Spiel „Auf der Lauterach schwimmt a Schifferl“, berichteten die Kinder. Auch das auf Schoß sitzen bei Frau Graf machte besonders Freude. Ein offenes Ohr gab es immer für die Kolleginnen. In den vielen Jahren wurden eine Menge an Feste, Feiern und Gottesdienste organisiert. Die Sternengruppe zeigte einen Irischen Segenstanz. Natürlich durfte bei der Feierstunde auch ein gemeinsames Lied vom Personal nicht fehlen, nach der Melodie von „Adelheid“. Unter anderem konnte man vom Ruhestand, Rheuma, Zucker und auch Gicht hören. Mann und Tochter, Schwiegersohn freuen sich schon, das du endlich bist zuhaus. Auch fragten sie dabei immer wieder im Refrain „Angela, Angela, jetzt gehst du in Ruhestand – Oder mogst des gorniat“?

 Zum Abschluss dankte für Angela Graf für die Feierstunde, „es war umwerfend, Dankeschön“. Ihr Dank galt der Grundschule, Gemeinde, Elternbeirat, dem ganzen Team und der Pfarrei. Sehr erfreut war sich auch über die Teilnahme von Frau Angelika Hiltl, Leitung Ursensollen, Frau Gabi Schaller, die erste Praktikantin bei Frau Angela Graf, Frau Uschi Braun, ehemalige Rektorin der Grundschule, und Frau Sabine Lupich, derzeitige Leiterin der Grundschule.

 



 Vor 50 Jahren Pfarrkirche umgebaut

 Die Schmidmühlner Pfarrkirche wurde vor 50 Jahren umgebaut. Die Verwirklichung dieses Vorhabens war eine lange und harte Geduldsprobe.

 Weniger der Platzmangel, als vielmehr die ungünstige bauliche Gestaltung der alten Kirche gaben den Ausschlag zu einem Erweiterungsbau. Das Gotteshaus war asymmetrisch angelegt und zwischen alten Häusern eingeengt, es hatte z. B. auf der rechten Seite eine Empore, die aber keinen Blick zum Altar freigab. Diese Situation wollte Geistlicher Rat Otto Gillitzer beseitigen, nach einem hürdenvollen Weg und eigener finanzieller Mithilfe ist ihm dies gelungen. Er konnte im Laufe der Jahre die das Gotteshaus beengenden drei Häuser, darunter das alte Schulhaus und das an der Ostseite stehende Wohngebäude käuflich erwerben und später abreißen lassen. Fast wäre dieser Plan am Kaufpreis gescheitert, da griff Geistlicher Rat Otto Gillitzer tief in seine eigene Tasche und legte zu dem Geld der Bischöflichen Finanzkammer noch 40 000 DM dazu. Damit war alles perfekt und im Frühjahr 1972 konnte mit dem Bau nach den Plänen von Architekt Günther aus Regensburg begonnen werden. Von der einstigen Kirche wurden lediglich die zwei Seitenmauern mit dem Turm stehengelassen. Auch die Sakristei wurde abgerissen. Durch die Beseitigung des Pfab-Hauses konnte nicht nur das Kirchenschiff selbst erweitert werden, es konnte auch eine neue Sakristei angefügt werden. Der Erweiterungsbau wurde dem Stil der alten Kirche angepasst.

 Die Erweiterung ist äußerlich erkennbar, weil die Kirchenfenster wesentlich tiefer als im Altbau liegen, jedoch die gleiche Form aufweisen. Eine neue Empore wurde auf der Stirnseite gegenüber dem Altarraum errichtet. Hier fand die Orgel ihren Platz und für den Kirchenchor ist genügende Raum vorhanden. An beiden Fronten in der Mitte des Kirchenschiffes befinden sich die Eingänge. Während im alten Teil des Gotteshauses die aus Eiche natur angefertigten Sitzbänke mit direktem Blick auf den Altar stehen, wurden die Bänke im Neubau in Rund form aufgestellt und schließen gewissermaßen den Altar in den Andachtsraum mit ein. Abgestimmt zum dem Holz der Bänke wurde der Bodenbelag aus Marmorjura, mit vielen schönen Ammoniten gezeichnet. Kontratisch dazu wirkt die aus norddeutschem Fichtenholz angefertigte Decke.

 Auf Wunsch des Landesamtes für Denkmalspflege wurden die drei Barockaltäre nach gründlicher Restaurierung wieder in die Kirche gestellt mit einer barocken Holzverkleidung. Im gleichen Stil ist auch der moderne Voraltar aus Muschelkalk gestaltet. Die Platte ruht auf vier wuchtigen Säulen. Das Gesamtgewicht dieses Altars beträgt 55 Zentner. Auch Ambo und Taufstein sind aus dem gleichen Material gefertigt. Auch die alte Kanzel, jedoch ohne Zugang, wurde in der Mitte des Kirchenschiffes wieder angebracht. Auch der barocke Kreuzweg erhielt im Neubau seinen Platz. Dem Altarraum wurde die Priester- und Ministrantensakristei angegliedert, denen sich sanitäre Anlage anschließen. In der geräumigen Priestersakristei sind auch die technischen Anlagen für die Lautsprecheranlage und das Läutwerk untergebracht. Ferner sind noch ein großer Heizungsraum und ein Allzweckraum vorhanden. Für diese Räume wurde ein eigener Zugang geschaffen. Das beachtliche Werk forderte eine beachtliche Summe von über 1,7 Million Mark. Trotz Unterstützung des Bischöflichen Finanzkammer, des Landesamtes, des Bezirks und des Landkreises war man auch auf Spenden aus der Pfarrei angewiesen.

 Am Sonntag, 16. September 1973, erhielt die Kirche nach einjähriger Bauzeit ihre Weihe durch Bischof Dr. Rudolf Graber. Dieser Tag wurde als ein bedeutender Tag in der Geschichte der Pfarrgemeinde und der politischen Gemeinde des Marktes Schmidmühlen festgehalten. Um 9.30 Uhr fand nach einem Festzug, an dem sich alle Vereine der Gemeinde beteiligten, der Festgottesdienst statt.

 Warum aber hat der Kirchturm keine Kuppel? Der Kirchturm mit Kuppel und Laterne stürzte im Jahre 1806 am Fronleichnamstag nachmittags gegen 17 Uhr fast lautlos zusammen. Es wurde niemand verletzt, da sich um diese Zeit niemand in der Kirche befand. Ursache war der Ausbruch einer großen Tür im Turmmauerwerk, der zwar durch große Balken abgestützt, aber durch das viele Läuten der Glocken am Fronleichnamstag erschüttert wurde. In Trümmer gingen die kleine Sterbeglocke und ebenso die eiserne Turmuhr. Der Turm stand an der Ostseite der Kirche. 1832, unter dem Bürgermeister Silbereis ging man daran einen neuen Turm zu bauen. Es wurden freiwillige Gaben gesammelt, 900 Gulden gingen ein, die aber zu wenig waren. Die Regierung genehmigte, dass die reicheren Kirchen der Diözese 2200 Gulden zu diesem Zwecke beisteuern durften. Wegen des schlecht tragfähigen Bodens wurde der neue Turm auf eingerammten Eichenpfählen mit Eichenrost gebaut. Um jene Zeit kam König Ludwig I, durch das Lauterachtal gefahren, die Schmidmühlner baten ihm um einen Zuschuss, damit sie wieder eine schöne Kuppel aufsetzen könnten. Der König antwortete „sie bräuchten keine Kuppel, sie sollten den Turm mit einem flachen Dache abschließen. Solche Türme würden sich in Italien gar oft auch in der Oberpfalz solch ein Turm sich befinden würde“. Daraufhin wurde der Turm so 1834 fertiggestellt. Der Turm durfte später nicht verändert werden, er stand unter Denkmalschutz.

 

 

 

 






Pfarrfest rund um die Pfarrkirche gefeiert 

 Die Pfarrei feierte bei herrlichem Sonnenschein sein Pfarrfest. Der feierliche Beginn erfolgte mit einem Familiengottesdienst, der von den Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit gestaltet wurde.

 Bereits seit 7 Uhr waren die vielen freiwilligen Helfer unterwegs, um zwei Zelte und in der Pfarrer-Haertle-Straße Tische und Bänke aufzubauen. Für den nötigen Sonnenschutz gab es Sonnenschirme. Nach dem Gottesdienst zog bereits frischer Bratwurstgeruch durch die Pfarrer-Haertle-Straße. Viele fleißige Hände waren erforderlich, um das Pfarrfest abzuhalten. Der Grillstand war parat um die Kirchbesucher mit frischen Grillspezialitäten zu versorgen und natürlich auch mit den nötigen Getränken. Das Büchereiteam hatte bereits ihren Flohmarkt aufgebaut und so konnten die ersten Geschäfte ablaufen. Vom Buch über Bekleidung, Artikel vom Dachboten und vieles mehr wurde angeboten und fand auch den nötigen Abnehmer. Die freiwilligen Helfer der kirchlichen Vereine und Gruppen und Pfarrangehörige hatten sich einiges einfallen lassen. Bereits nach dem Amt hatten sich Frauen und Männer im Kloster eingefunden, um Knödel zu formen und zu kochen. Denn es wurde zum Mittagessen frisches Spanferkel mit Salaten und Knödeln angeboten. Das Mittagessen fand reisenden Absatz und war in kürzester Zeit ausgegeben. Kurzerhand fanden sich auch Fahrradfahrer/-innen ein, die das Pfarrfest zu einer Pause mit Essen und kühlen Getränken nutzten. Pfarrer Werner Sulzer suchte das Gespräch mit den Pfarrangehörigen und tauschte Gespräche mit den Besuchern aus. . Nach dem Mittagessen hieß es für die Kirchlichen Vereine und Gruppen die einzelnen Stationen aufzubauen. Die Kinder erfreuten sich mit Glitzertattos oder mit Malvorlagen, eine Kirchenrallye, Spieleparcour und Papiertheater im Klostergarten. Wenn man anhand von Bildern einen bestimmten Bildausschnitt rund um die Pfarrkirche nicht finden konnte, waren die Kinder sehr schlau und es musste Pfarrer Werner Sulzer weiter helfen. Gut angenommenen wurden auch zwei Kirchenführungen mit Pfarrer Werner Sulzer, der dazu umfassend informierte. Schautafeln in der Pfarrkirche zeigten dabei realisierte und nicht realisierte Pläne für die Kirchenbauten in den Jahren 1914, 1933 und 1972. Dabei konnte man der Kirche auch aufs Dach steigen. Vor allem der große Dachboden und die Turmbesteigung waren sehr überwältigend. Die Besucher konnten sich inzwischen am reichhaltigen Kuchenbuffet im Allzweckraum erfreuen oder man lies sich Grillspezialteten schmecken. Die selbstgebackenen Kuchen und von der Bäckerei Grosser ein gespendeter Hefezopf waren innerhalb kürzester Zeit verkauft. Zur Unterhaltung spielte nachmittags eine Kleinbesetzung der kirchlichen Blaskapelle "St. Ägidius". Trotz sehr großer sommerlicher Wärme genoss man die Stunden bei Musik, Essen und Trinken. Zufrieden zeigten sich die Verantwortlichen des Pfarrfestes und es standen gleich die Aufräumarbeiten an.

 

 





 Einweihung des Kindergartens

Nach zweieinhalb spannenden und anstrengenden Jahren konnte der neue Kindergartenanbau eingeweiht werden. Die Umrahmung erfolgte durch die Kindergartenkinder.

 „Dieser Tag soll fröhlich sein“ sangen die Kinder zur Eröffnung der Andacht in der Pfarrkirche. Pfarrer Werner Sulzer begrüßte alle, vor allem die Mädchen und Jungen, sowie das Personal des Kindergartens. Es folgte das Lied „Lasst uns eine Kita bau`n“. Pfarrer Werner Sulzer sagte „es mussten Pläne gezeichnet und Genehmigungen eingeholt werden, ehe es dann im Dezember 2020 los ging“. Die Jungs bekam man kaum mehr von der Fensterscheibe weg, weil sie die Bagger bewunderten. Ihr Kinder konnten hautnah miterleben, was gearbeitet wurde. Für das Erziehungsteam war es nicht einfach, bei all dem unvermeidlichen Schmutz und Lärm den normalen Betrieb aufrecht zu erhalten. „Aber jetzt ist es geschafft. Das alles liegt hinter euch und wir dürfen uns miteinander am neuen und erneuerten Kindergarten freuen“. Viele Personen und Firmen waren daran beteiligt. Was da alles geschah, zeigten die Kinder mit kurzen Texten und trugen jeweils für eine beteiligte Firma ein Symbol zum Altar. Von der Planung, Baufirma bis zum Maler, alle Firmen wurden erwähnt.

 „Viel ist geschehen ist in dieser Zeit und es hat viel gekostet: Fast 2 Mio. Euro“, sagte Pfarrer Werner Sulzer. Nur möglich war dies durch eine große Kraftanstrengung seitens der staatlichen Seite – der größte Geldgeber das Land Bayern, das sich die Kindererziehung viel kosten lässt. Die Gemeinde Schmidmühlen und die Pfarrei Schmidmühlen – beiden in etwa gleich großen Teilen und schließlich die Diözese Regensburg – die vier großen Geldgeber. Es hat freilich nicht nur Geld gekostet – sondern auch Kraft und Schweiß für die beteiligten Firmen, Nerven und auch Ärger für das Kindergartenpersonal und diejenigen, die geplant und angeschoben haben. „Dass all dies nicht umsonst ist, sondern zum Segen wird für alle – zum Segen vor allem aber für die Kinder, die dort hoffentlich gut aufgehoben sind und einen guten Start ins Leben bekommen“.

 Erster Bürgermeister Peter Braun sprach von einem Tag der Freude, wenn der Kindergarten heute übergeben wird. Viele Firmen haben sich am Bau beteiligt und haben dazu beigetragen. Sein Dank galt auch der Pfarrei. „Der Kindergarten sei der Einstieg in die Bildung, denn bereits mit 2 oder 3 Jahren gehen die Kinder in eine Bildungseinrichtung“. Die Gemeinde mit ca. 2500 Einwohnern stellt jedes Jahr für die Kinder- und Jugendarbeit 1 Million Euro zur Verfügung. Sein Dank galt der Familie Rengart für den Verkauf des Grundstücks zum Bau des Kindergartens und Gerald Stauber für das Tauschgrundstück. Als besondere Überraschung hatte der Rathauschef für die Kinder, einen Tag lang kommt ein Eiswagen in den Kindergarten, wo dann die Kinder so viel Eis essen können wie sie wollen oder dürfen. Aber auch das Personal ging nicht leer aus, hierzu übergab Bürgermeister Braun einen Gutschein für kostenlose Hubschrauberrundflüge am Marktfest in Schmidmühlen. Im Anschluss daran ging es zum Kindergarten zur Einweigung.

 Auch hier nahmen die Kinder vor dem Kindergarten Aufstellung und begrüßten die geladenen Gäste mit dem Lied „Willkommen ihr Leute“. Bernd Gaisa, Dipl. Ing. (FH), Architekt, dankte den beteiligten Firmen für ihre Arbeiten und überreichte an die Kindergartenleitung ein Präsent. Ebenfalls Präsente für die Einweihung gab es von der Grundschule Frau Sabine Lubich, Rektorin. „Wir freuen uns auf die Kinder, die bei uns in die Schule kommen“, betonte Frau Lubich. Ihren Dank sprach auch Kindergartenleiterin Frau Angela Graf aus. Sie dankte allen für die Arbeiten, der Gemeinde, der Pfarrei und auch Frau Sabine Lubich für über 7 Jahre Benutzung der Turnhalle. Denn die Kinder mussten zum Sport jeweils zur Grundschule gehen. Im Anschluss daran gingen die Kinder in ihre jeweiligen Gruppen und Pfarrer Werner Sulzer kam zu den Gruppen, segnete die Kinder, das Personal und die Räume.

 Zur Erweiterung der Kindertagesstätte St. Georg

In den Jahren 2000 bis 2009 ging die Kinderzahl kontinuierlich zurück. Zeitgleich wuchs auch im ländlichen Raum der Bedarf an Krippenplätzen. So entstand noch in der Zeit von Pfarrer Georg Braun die Idee, eine Kindergarten- in eine Kinderkrippengruppe umzuwandeln, was dann 2012/13 geschah. 2015 kam ein ungewöhnlich großer Jahrgang in den Kindergarten. Um alle Kinder aufnehmen zu können, richtete man im Gymnastikraum eine Notgruppe ein mit der Überlegung, dass das nur vorübergehend nötig sei. Dieser Gedanke bewahrheitete sich freilich nicht, so dass dieses Provisorium erhalten blieb. Zum Turnen mussten die Kinder in die Schule gehen, was viel Zeit in Anspruch nahm. Da zu befürchten stand, dass diese ungute Situation von Dauer ist, kam Kirchenverwaltung und Kindergartenleitung im Juni 2018 überein, durch einen Anbau Abhilfe zu schaffen. Die Überlegungen sahen am Anfang nur den Anbau eines Gymnastikraums mit Umkleide und den Ersatz der störanfälligen Heizung vor. Freilich hatten sich seit dem Neubau 1993 die gesetzlichen Vorgaben für einen Kindergarten erheblich verändert: der Sozialraum war zu klein, eine Behindertentoilette und ein Raum für das Mittagessen fehlten. So nahm die Erweiterung deutlich größere Dimensionen an, zumal gleichzeitig der bestehende Bau nach 25 Jahren überholt werden sollte. Im Juli 2019 wurde bei einem großen Gespräch mit Bezirk, Ordinariat, Fachstellen, Gemeinde und Pfarrei der Umfang der Maßnahme festgelegt. Letztendlich kam eine Bausumme von etwa 2 Millionen Euro zusammen, die sich in etwa wie folgt verteilen: Bundes- und Landesmittel: 728.000, Markt Schmidmühlen: 392.000, Pfarrei: 410.000, Diözese: 140.000, Rücklagen für Instandsetzung: 330.000. Nach vielen Gesprächen und Planungen, archäologischen Untersuchungen und der Freigabe durch den Sprengmittelräumdienst rollten im Dezember 2020 die Bagger an und der Bau begann, der im laufenden Betrieb erfolgte, was sowohl Personal wie auch den Firmen ein hohes Maß an Geduld und Kraft abverlangte. Und so stecken im Bau wahrlich nicht nur Geld, sondern auch Zeit und Ideen, Ärger und Nerven, Kraft und Geduld.